VOC-Gehalt unserer Luft

VOC-Gehalt unserer Luft

« Quellen und Auswirkungen flüchtiger organischer Verbindungen »

Mit dem VOC-Gehalt wird angegeben, wie stark sogenannte „flüchtige organische Verbindungen“ in der Raumluft konzentriert sind. Hierbei handelt es sich um organische Stoffe, die aus einer Vielzahl an Quellen stammen können. Je nach Art und Konzentration können sie unterschiedliche Symptome beim Menschen auslösen. Wir klären, welche chemischen Zusammensetzungen darunter fallen und was dagegen getan werden kann.

Was heißt VOC?

Der Begriff „volatile organic compound“ heißt wörtlich übersetzt: flüchtige organische Verbindung. Damit sind kohlenstoffhaltige Zusammensetzungen gemeint, welche aufgrund ihres niedrigen Siedepunktes überwiegend als Gase auftreten und sich daher schnell „verflüchtigen“.

Man unterscheidet die Stoffe genauer in flüchtige und sehr flüchtige Verbindungen, wobei Siedetemperaturbereiche zwischen 0 und 260 °C abgedeckt werden.

Die genaue Definition von VOC sowie die Grenzwerte unterscheiden sich in verschiedenen Quellen. In manchen Fällen wird auch das Gas Methan gezielt ausgeklammert, wobei dann von NMVOC gesprochen wird. Die Gemeinsamkeit allerdings ist, dass die Stoffe überwiegend in gasförmigem Zustand auftreten und beim Einatmen negative Auswirkungen auf den menschlichen Körper haben können. Der VOC-Gehalt ist somit ein wichtiger Parameter für schadstoffarme Luft.

Natürliche VOC-Quellen

Derartige organische Gase kommen vielerorts in der Natur vor. Viele Pflanzen schütten bei ihren Stoffwechselprozessen die sogenannten Terpene aus. Die Emissionen von Wiederkäuern sind kein Geheimnis und in der Nähe von Sümpfen kann ebenfalls ein erhöhter VOC-Gehalt nachgewiesen werden. Unter dem Begriff MVOC werden auch Bakterien und Pilze mit zu den VOCs hinzugezählt.

Auch Wiederkaeuer stossen Emissionen aus
© Countrypixel / Fotolia.com

Der Vorteil der natürlichen Quellen ist, dass diese organischen Stoffe nur im Außenbereich entstehen und sich somit schnell in die Atmosphäre verflüchtigen können. Außerdem gibt die Natur diese Verbindungen nur in dem Maß in die Luft ab, wie sie durch natürliche Vorgänge auch wieder abgebaut werden können. Langfristige Auswirkungen sind somit aufgrund der natürlichen Quellen nicht zu befürchten.

Anthropogene Quellen der VOC

Organische Gase aus vom Menschen geschaffenen Quellen stellen das größere Problem dar. Hierbei dominieren, was die Verbreitung derartiger Luftschadstoffe angeht, der Verkehr, Lösungsmittel sowie die Landwirtschaft.

Diese drei Faktoren stellen zusammen über 75 % der vom Menschen verursachten flüchtigen organischen Gase dar.

Aufgrund technologischer Fortschritte sank die Menge der verursachten VOCs von 1990 bis 2003 auf unter 50 %. Besonders in Innenräumen ist der Gehalt der Verbindungen aber immer noch zu hoch.

VOC in geschlossenen Räumen

Die große Schwierigkeit mit diesen Gasen ist, dass ein nicht unbeträchtlicher Teil von ihnen in geschlossenen Räumen abgegeben wird und sich somit nicht einfach verflüchtigen kann. Die langfristige Inhalation führt dann, auch bei einer sehr kleinen Dosierung, zu unterschiedlichen Symptomen. Am häufigsten treten Kopfschmerzen, Müdigkeit, Überempfindlichkeitsreaktionen und Reizungen der Schleimhäute sowie der Atemwege auf.

Kopfschmerzen als Symptom der langfristigen Inhalation von VOC-Gasen
© Africa Studio / Fotolia.com

Derartige Symptome in geschlossenen Räumen werden als „Sick-Building-Syndrom“ bezeichnet und finden ihren Ursprung oftmals in einer durch Luftschadstoffe verunreinigten Raumluft. Die meist verwendeten, ausdünstenden Inhaltsstoffe sind dabei Alkohole, Weichmacher, verschiedene Duftstoffe und Antioxidationsmittel sowie, wenn im Inneren geraucht wird, alle Formen von Tabakrauch.

Häufig tritt ein erhöhter Gehalt an Schadstoffen in der Luft wegen schlechter Belüftung in Verbindung mit einem Mangel an Sauerstoff auf, welcher die Beschwerden weiter verschlimmert.

Beispiele für anthropogene flüchtige organische Verbindungen

Die Anwendungsgebiete der Stoffe, die den VOC-Gehalt erhöhen können, sind vielfältig. In erster Linie betrifft das eine Vielzahl an Reinigungs- und Lösungsmitteln, welche beim Verdunsten einen Teil ihrer Inhaltsstoffe in den Raum abgeben. Da hiermit in der Regel große Flächen behandelt werden, gelangen in kurzer Zeit große Mengen der betreffenden Schadstoffe in die Raumluft. Die Quelle der VOC hingegen ist dafür auch recht schnell „ausgetrocknet“.

Neue Möbel

Ebenso allgegenwärtig sind die Emissionen von neuen Möbeln oder Baustoffen. Hierbei kann es sich beispielsweise um Kunststoffe, Teppiche, Fußbodenbeläge oder Decken handeln oder um nachlackierte Bauteile. Diese geben häufig sehr kleine Mengen an flüchtigen organischen Verbindungen ab, tun dies jedoch über einen sehr langen Zeitraum. Der Gehalt im Raum kann dabei so gering sein, dass die Beschwerden erst nach vielen Stunden oder sogar erst nach Tagen auftreten.

Straßenverkehr

Ein globales Problem stellen organische Stoffe dar, die im Straßenverkehr durch Verbrennungsmotoren entstehen. Obwohl der technische Fortschritt die Abgase der Autos immer sauberer macht, stellen sie durch ihre bloße Menge immer noch einen wesentlichen Teil der schädlichen Gase in der Atmosphäre dar. Die große Menge der Abgase, welche sich nicht mehr verflüchtigen können, kann in Großstädten manchmal als sogenannter „Smog“ beobachtet werden.

Maßnahmen gegen einen erhöhten VOC-Gehalt

Die effektivste Maßnahme gegen derartige Luftschadstoffe ist die Auswahl schadstoffarmer Baustoffe bei der Errichtung oder Sanierung des Gebäudes. Der blaue Engel ist eine Kennzeichnung für Stoffe, deren Inhalt möglichst wenige flüchtige organische Verbindungen enthält. Auch bei der Auswahl von Reinigungsmitteln sollte auf die Verwendung schadstoffarmer Mittel geachtet werden.

Kurzes Stosslueften tauscht grosse Teile der Raumluft innerhalb weniger Minuten aus
© Vitaliy Hrabar / Fotolia.com

Eine weitere Maßnahme, die in jedem Haushalt und Büro regelmäßig zum Einsatz kommen sollte, ist das Lüften. Kurzes Stoßlüften, wobei alle Fenster und Türen komplett geöffnet werden, ist hierbei am effektivsten und tauscht große Teile der Raumluft innerhalb weniger Minuten aus. Dauerhaftes Ankippen der Fenster hingegen senkt zwar die Temperatur, die Frischluft erreicht allerdings aufgrund mangelnder Luftbewegung bei weitem nicht alle Teile des Raums.

Einen Luftreiniger kaufen, hilft in jedem Fall, den Anteil der flüchtigen organischen Verbindungen in der Luft zu senken. Dieser wälzt die Luft im Zimmer permanent um und filtert dabei die eingesaugten Luftmassen. Je nach Filterart können unterschiedliche Luftschadstoffe abgefiltert werden.

IQAir Luftreiniger für beste Raumluftqualität und gegen erhöhten VOC Gehalt

Luftreiniger benutzen eine Kombination aus Filtern mit verschiedenen Funktionen, um möglichst viele Schadstoffe aus der Raumluft zu entfernen. Ein HEPA-Filter dient zum Filtern fester Stoffe wie Tierhaare, Pollen oder Sporen, während ein Aktivkohlefilter gegen Gase eingesetzt wird. Der Aktivkohlefilter kann dabei einerseits zum Entgiften von Räumen und andererseits zur Beseitigung von üblen Gerüchen eingesetzt werden. Er entfernt sogar die meisten Überreste des Tabakrauchs, welcher sich auf Oberflächen und in Textilien absetzt.

Ein hervorragendes Beispiel eines Luftreinigers gegen unerwünschte organische Stoffe ist der IQAir GC VOC. Mit seiner großen Leistung ist der IQAir Luftreiniger aus der Schweiz für Raumgrößen bis zu 80 Quadratmeter geeignet und befreit damit auch mittelgroße Büros von Schadstoffen. Der extra große Filter mit 4,2 Kilogramm Aktivkohle erlaubt den langfristigen, wartungsarmen Betrieb. Dabei fallen ihm unter anderem die schädlichen Ausdünstungen von Lacken, Hölzern, Kunststoffen und Weichmachern zum Opfer, damit nichts als saubere Luft zurückbleibt.

VOC-Gehalt unserer Luft
Bewerten