Schimmel in der Wohnung

Schimmel in der Wohnung

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Dass Schimmel in der Wohnung schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit haben kann, ist allgemein bekannt. Nur wenige wissen allerdings, was Schimmel genau ist und ab wann er ernsthafte gesundheitliche Schäden hervorruft. Dieses Halbwissen treibt viele Hausbesitzer und Mieter zu überstürzten Großaktionen. In vielen Fällen reicht jedoch eine gezielte Behandlung der betroffenen Bereiche in Verbindung mit einem Luftreiniger.

Was ist Schimmel?

Bei der im Volksmund als „Schimmelpilz“ bezeichneten Erscheinung handelt es sich tatsächlich um eine Art Pilz. Dieser Pilz entsteht in einer Vielzahl von Substanzen vom Obst bis zum Mauerwerk. Es gibt viele grundverschiedene Arten von Schimmelpilzen, die sich in ihrer Entstehung und Wirkung auf den Menschen unterscheiden. In der Entstehungsphase ist der Pilz unsichtbar und verteilt bereits seine Sporen in der Raumluft. Das geschieht lange, bevor der Schimmelpilz mit dem bloßen Auge entdeckt werden kann. Erst in der nächsten Phase bilden sich mit der Vermehrung und Ausbreitung die typischen Flecken, die jeder sofort als Schimmelpilz erkennt.

Wie gefährdet er die Gesundheit?

Der Kontakt mit dem Schimmel kann auf verschiedene Arten schädlich sein, wobei jedoch viele Faktoren zu berücksichtigen sind. Die größte Gefahr geht vom Verzehr von Schimmelpilzen aus, weil es hier tatsächlich zu Vergiftungen kommen kann. Dies kann allerdings nur bei Lebensmitteln geschehen. Ein direkter Kontakt mit schimmelnden Bausubstanzen ist sehr unwahrscheinlich, da diese meist in versteckten Ecken, beispielsweise unter Schränken oder hinter Vorhangschienen, zu schimmeln beginnen.

© urbans78 / Fotolia.com
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Der Kontakt über Sporen in der Atemluft ist deutlich wahrscheinlicher, wobei die Menschen hierauf sehr unterschiedlich reagieren. Während viele überhaupt keine Probleme bekommen, leiden andere an Asthma, Bronchitis oder anderen schweren Erkrankungen der Atemwege. Schimmel in der Wohnung sollte daher in jedem Fall sofort bekämpft werden, um die Entstehung derartiger Erkrankungen zu vermeiden.

© missprofessor / Fotolia.com
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Eine einfache Methode, um die Gefahr von Schimmel abzuwägen, bildet der Einsatz eines Hygrometers. Dieses misst die Luftfeuchtigkeit und sollte an einer geeigneten Stelle aufgehängt werden. Da die Luftfeuchtigkeit im Innenbereich genauso variiert wie im Außenbereich, ist die Beobachtung über einen längeren Zeitraum wichtig. Sollte der Wert dauerhaft über 70 % liegen, kann dies ein erstes Warnsignal sein.

© whitestorm / Fotolia.com
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Der Schimmelpilz verbreitet sich bei Raumtemperatur und hohen Luftfeuchtigkeiten, eisige Temperaturen und Trockenheit dagegen stoppen zwar die Ausbreitung, beseitigen den Schimmel allerdings nicht.

Wo ist die Gefahr der Schimmelbildung am höchsten?

Grundsätzlich entsteht Schimmelpilz dort, wo eine hohe Feuchtigkeit herrscht und diese über einen längeren Zeitraum anhält. Das bedeutet, dass ein Schimmelpilz nicht in wenigen Stunden wächst, sondern über einen Zeitraum von meist vielen Wochen oder sogar Monaten. In der Wohnung kommt es unter anderem zu einer erhöhten Luftfeuchtigkeit, wenn zu wenig geheizt oder gelüftet wird. Die richtige Kombination ist hierbei entscheidend. In Räumen mit höherer Feuchtigkeit, wie beispielsweise Bäder und Küchen, ist das regelmäßige Lüften umso wichtiger, da hier aufgrund der Dampfentwicklung durchaus Luftfeuchtigkeitswerte von über 90 % auftreten können.

© cegli / Fotolia.com
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In Häusern entsteht der Schimmelpilz meist in den Zimmerecken, da sich die Luft dort am wenigsten bewegt. Auch in vielen Wohnungen gibt es Ecken, die aufgrund der Bauform selbst während des Lüftens nicht ausreichend Frischluft abbekommen. Diese gefährdeten Stellen können mit dem bloßen Auge in der Regel nicht ausgemacht werden. Eine weitere Störung des Raumklimas können Kältebrücken verursachen, die aufgrund von Defekten in der Bausubstanz entstehen.

© dima_pics / Fotolia.com
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Ein Beispiel wäre beispielsweise ein Riss im Mauerwerk, in welchen Feuchtigkeit eindringt, wodurch er sich im Winter weiter ausdehnt. Auch bei einer Teilsanierung können derartige Kältebrücken entstehen, an denen die Feuchtigkeit aus dem Raum kondensiert. Diese Kältebrücken kann ein Fachmann mit speziellen Messgeräten entdecken, auch wenn sie für das Auge unsichtbar sind.

Wie verläuft die Schimmelentfernung?

Der erste Schritt zur langfristigen Entfernung bildet das Herausfinden der Ursache. Sollte hier ein Schaden an der Bausubstanz oder ein Rohrbruch vorhanden sein, dann hilft das reine Entfernen der Auswirkung nur kurzfristig. Die Schimmelursache kann häufig nur ein Fachmann eindeutig identifizieren. Bei der Entfernung sollten unbedingt Schutzhandschuhe und Atemschutz getragen werden. Der direkte Kontakt ist jederzeit zu vermeiden und bei der Bearbeitung kann zusätzlich eine große Konzentration der Sporen in der Luft entstehen.

© burdun / Fotolia.com
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Als nächstes muss der Befall genau untersucht werden, um festzustellen, wie tief der Pilz in das Material eingedrungen ist. Das bestimmt dann die Intensität der Maßnahmen. Bei glatten Flächen wie Glas, Keramik oder Metall reicht meist eine gründliche oberflächliche Reinigung, da der Schimmel in diese Materialien nicht tief eindringen kann. Bei Holz kann das Abschleifen für die Beseitigung nötig sein, da der Pilz hier eventuell tiefer eindringt. Einige befallene Materialien, wie beispielsweise Silikonfugen oder Holzdecken, können vielleicht auch komplett getauscht werden, um absolute Sicherheit zu erhalten.

Im Anschluss sorgt die Trockenlegung der betreffenden Stellen dafür, dass sich der Schimmelpilz nicht innerhalb kürzester Zeit an der gleichen Stelle wieder festsetzen kann. Übriggebliebenen Sporen in der Luft darf hier kein günstiger Angriffspunkt gewährt werden, da die Freude sonst nur von kurzer Dauer ist.

Zur dauerhaften Trocknung können bauliche Maßnahmen zur besseren Belüftung oder Luftentfeuchter eingesetzt werden.

Ziel eines Luftreinigers bei der Schimmelentfernung

Ein Luftreiniger kann bei der Bekämpfung von Schimmel in der Wohnung eine große Hilfe sein. Seine Funktion ist, einfach erklärt, die eines Filters, der Schadstoffe in der Luft auffängt und an sich bindet. Man unterscheidet sie, ihrer Wirksamkeit entsprechend, nach EPA-Filter (Efficient Particulate Air), HEPA-Filter (High Efficiency Particulate Air) oder ULPA-Filter (Ultra Low Penetration Air). Weitere Formen sind der Aktivkohlefilter oder auch elektrostatische oder photokatalytische Filter.

Für die Entfernung von Schimmelsporen reicht ein HEPA-Filter aus

Ziel von einem Luftreiniger ist es, die Sporen der Schimmelpilze aus der Luft zu entfernen. Das verbessert erstens innerhalb kürzester Zeit die Luftqualität in der Wohnung und beugt zudem einem erneuten Befall vor. Die Sporen sind somit nicht in der Lage, sich an einer anderen feuchten Stelle direkt wieder abzusetzen.

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Weiterhin kann die Konzentration in der Luft auf ein ungefährliches Niveau gesenkt werden, sobald der Schimmel entfernt wurde. Der Luftreiniger hilft auch, den Raum deutlich schneller wieder bewohnbar zu machen.

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Bei einem großflächigen Befall besteht ohne den Einsatz eines Luftreinigers die Gefahr, dass auch nach der Entfernung des Schimmelflecks eine hohe Konzentration an Sporen in der Luft zurückbleibt. Somit kann das Einatmen der Luft auch nach der Entfernung der Schimmelursache für den Menschen immer noch gefährlich sein.

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Ein angenehmer Nebeneffekt ist, dass ein Luftreiniger mit HEPA-Filter auch andere Stoffe aus der Luft filtert. Sollte also eine hohe Konzentration beispielsweise an Hausstaub oder Pollen vorhanden sein, wird diese zeitgleich mit gesenkt.

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