Richtig lüften – Unsere Tipps für ein optimales Raumklima

Richtig lüften – Unsere Tipps für ein optimales Raumklima

Die meiste Zeit verbringen wir in geschlossenen Räumen. Während dieser Zeit hängt unser Wohlbefinden hauptsächlich neben baulichen Materialien vom Lüftungs- und Heizverhalten ab.

Als angenehm werden bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 35 bis 60 Prozent Temperaturen zwischen 19 und 22 °C empfunden. Eine erhöhte Gefahr von Schimmelbildung ist gegeben, wenn die Luftfeuchtigkeit auf Dauer über 60 Prozent steigt.

Jeden Tag verdunsten in einem Vier-Personen-Haushalt rund zwölf Liter Wasser. Diese Luftfeuchtigkeit in Form von Wasserdampf muss durch richtiges Lüften nach Außen abtransportiert werden. Lüften von Wohnräumen ist das gesamte Jahr enorm wichtig: Doch sind je nach Jahreszeit beim Lüften Anpassungen notwendig.

Richtig Lüften im Winter – Tipps für ein optimales Raumklima

Wer einige Tipps beachtet, der kann gesundheitsgefährdenden Schimmel in der Wohnung vermeiden und spart dabei auch noch Energiekosten.

Wie lange und wie oft sollte gelüftet werden?

  • Im Winter muss regelmäßig gelüftet werden. Empfohlen sind mindestens zwei Stoßlüftungen à 10 bis 15 Minuten täglich, besser sind drei oder vier. Das heißt, im Idealfall öffnen Sie gegenüberliegende Fenster und sorgen so für Durchzug damit die verbrauchte gegen frische Luft ausgetauscht werden kann. Mit regelmäßigem Stoßlüften erzielen Sie im Winter schnelle Erfolge: Die trockene Winterluft eignet sich ausgezeichnet, um einen Luftaustausch im Wohnraum vorzunehmen. Das Ergebnis: Die Raumluft ist frisch und trocken.
  • Fenster, die ständig „auf Kipp“ stehen bewirken ersatzweise einen gewissen Luftaustausch, doch sind sie keine Alternative zum Stoßlüften. Zum einem dauert der Luftaustauch dabei wesentlich länger – bis zu 75 Minuten, zum anderem wird im Vergleich zu einer fünfminütigen Stoßlüftung zehn Mal weniger Luft ausgetauscht. Auch ist das Dauerlüften kontraproduktiv, wenn Sie Heizkosten sparen möchten. Gerade im Winter benötigt man viel Energie, um einen ausgekühlten Raum wieder zu erwärmen.

 

Wie sollten Bad und Küche gelüftet werden?

Küche und Bad gehören zu den feuchtesten Räumen, da besonders beim Duschen, Baden und Kochen viel Feuchtigkeit entsteht. Hier ist es besonders wichtig, dass die feuchte Luft unmittelbar im Anschluss an das Duschen, Baden bzw. Kochen nach außen gelangt. Dabei sollten Sie stoßlüften. Das heißt die Fenster weit aufmachen und dabei die Türen schließen, damit die Luftfeuchtigkeit am schnellsten nach draußen gelangen kann. Bei eingeschränkter Lüftungsmöglichkeit, sollte im Bad nach dem Duschen das Wasser von Wänden und Boden weggewischt werden.

Was muss ich bei schlecht gedämmten Gebäuden beachten?

Im Winter ist das Risiko der Schimmelpilzbildung in unzureichend isolierten Gebäuden besonders hoch, da durch ungenügend gedämmte Fenster oder Wärmebrücken im Mauerwerk und in Gebäudeecken die Außenwände auskühlen. An den kühlen Stellen kondensiert die Feuchtigkeit der Raumluft, da der Taupunkt hier deutlich niedriger ist als in der übrigen Wohnung. Je kälter die Wandoberfläche ist, desto höher muss die Lufttemperatur sein, um ein angenehmes Raumklima herzustellen.

Richtig Lüften gegen Schimmel
Richtig Lüften gegen Schimmel

Je nachdem wie oft Sie sich in den Räumen aufhalten, lüften Sie mindestens zwei- bis viermal täglich für zehn Minuten mit weit geöffneten Fenstern. Während des Lüftens sollten sie Ihre Heizung ausstellen, um Energie zu sparen. Die trockene Außenluft nimmt die Feuchtigkeit am besten auf und es entsteht ein Raumklima, bei welchem sich Schimmel nur sehr schwer bilden kann.

Wer eine kalte Außenwelt hat, sollte große Möbelstücke am besten an die Innenwände stellen oder einige Zentimeter von der Außenwand weg platzieren. Stehen die Möbel zu dicht an der Außenwand, dann kann die Raumluft an dieser Stelle weniger zirkulieren und sie kühlt ab. Die Konsequenz: Die Luftfeuchtigkeit kondensiert und das Risiko der Schimmelbildung steigt.

Warum werden im Winter die Fenster nass?

Nasse Fensterscheiben im Winter
Nasse Fensterscheiben im Winter

Im Winter sind die Fenster am Morgen häufig beschlagen, weil sich auf der kalten Fensterscheibe die Luftfeuchtigkeit an der kühlen Oberfläche des Fensters niederschlägt. Aber auch nach dem Kochen oder Duschen bildet sich Kondenswasser.
In geringen Mengen stellt die Bildung von Kondenswasser auch keinerlei Anlass zur Sorge, denn es handelt sich um ein ganz natürliches Phänomen. Kühlt warme Luft mit hoher Feuchtigkeit ab, muss sie Feuchtigkeit abgeben (kondensiert).
Feuchte Fensterscheiben treten jedoch insbesondere dann auf, wenn zu wenig oder falsch gelüftet wird.

Wenn zudem der Wohnraum nicht beheizt wird und die Luftfeuchtigkeit über den Grenzwert von 60% liegt, wird die Schimmelpilzbildung begünstigt.

Sammelt sich das Kondenswasser zu lange an einer Stelle, sind bei einem regelmäßigen Auftreten über einen längeren Zeitraum sogar Schäden an den Bausteilen nicht auszuschließen. Dabei sind Fenster mit Holzrahmen besonders für Schäden anfällig.

Richtig Lüften und Heizen – Die richtige Raumtemperatur

Richtiges Heizen ist genauso wichtig, wie ausreichendes Lüften. Dabei richtet sich die optimale Raumtemperatur in den Wohnräumen nach dem Verwendungszweck. Die minimale Temperatur in der Wohnung sollte bestimmte Werte nicht unterschreiten, damit es zu keinen gesundheitlichen Problemen kommt.

  • Im Wohnbereich und in der Küche sind 19 bis 21 °C für ein angenehmes Raumklima völlig ausreichend. Im Bad darf es mit 21 bis 23 °C gerne etwas wärmer sein.
  • Im Schlafzimmer sind 16 °C für einen angenehmen Schlaf ausreichend.
  • Nachts und tagsüber, wenn niemand zu Hause ist, kann die Temperatur insgesamt gesenkt werden.
  • Sie können zusätzliche Heizenergie einsparen, wenn Sie nachts die Vorhänge oder Jalousien zuziehen. Zudem gilt folgende Faustregel: Wenn Sie die Raumtemperatur um ein Grad Celsius reduzieren, können sechs Prozent Heizkosten eingespart werden.
  • Jedoch ist bei niedriger Raumtemperatur Vorsicht geboten: Niedrige Raumtemperaturen – unter 14 °C können die Schimmelbildung begünstigen.
  • Stellen Sie während des Lüftens die Heizkörper aus, indem Sie das Thermostatventil auf die Nullstellung drehen. Andernfalls verursacht die einströmende, kalte Luft, dass sich die Heizkörper aufheizen. Mit der Folge, dass Sie nach draußen heizen.
  • Für die vom Menschen als angenehm empfundene Raumtemperatur ist sowohl die Lufttemperatur als auch die Temperatur der Wandoberfläche wichtig. Dabei gilt: Um ein gemütliches Wohnklima herzustellen muss die Lufttemperatur höher sein, je kälter die Wandoberfläche ist.
  • Gut isolierte Außenwände verhindern Wärmeverluste und führen bei gleicher Lufttemperatur auch zu höheren Temperaturen an der Wandoberfläche.

 

So verhinden Sie eine zu hohe Luftfeuchtigkeit in der Wohnung

Besonders im Winter fällt in der Heizperiode die relative Luftfeuchtigkeit  unter das empfohlene Minimum von 40%, sodass zu trockene Luft in den beheizten Räumen entsteht. Wenn Sie das Fenster zum Lüften öffnen, um die kalte Außenluft hineinzulassen und dann das Fenster wieder schließen und die Heizung einschalten, dann passiert Folgendes:

Die Luft erwärmt sich zunächst durch den Heizvorgang, fühlt sich aber zugleich auch trockener an. Dabei geht das Wasser nicht verloren, denn die erwärmte Luft enthält immer noch die gleiche Wassermenge, wie die kalte Luft. Aber da warme Luft viel mehr Wasser aufnehmen kann, hat dies zur Folge, dass Feuchtigkeit schneller verdampft. Das ist deutlich spürbar: Sie bekommen während der Heizperiode einen trockenen Mund und eine trockene Nase. Auch wenn draußen sehr feuchte Luft bei 1°C herrscht, wirkt die eingeströmte Luft nach der Erwärmung durch die Heizung auf 20 °C sehr trocken.

Häufiges Lüften im Winter hilft somit nicht gegen die trockene Zimmerluft, sondern bewirkt genau das Gegenteil: Durch das Lüften gelangt die trockene und kalte Luft in das Innere der Wohnräume. In diesen Fällen ist es empfehlenswert die Luft in beheizten Räumen mit Hilfe von Zimmerpflanzen oder mit technischen Geräten anzufeuchten.

Bei Temperaturen zwischen 19 und 22 °C wird eine relative Luftfeuchtigkeit von 35 bis 60 Prozent als angenehm empfunden.

  • Je mehr Personen sich im Raum befinden, umso schneller steigt die Luftfeuchtigkeit an. Pro Tag werden in einem Vierpersonenhaushalt ca. zwölf Liter Feuchtigkeit in Form von Wasserdampf abgegeben. Insbesondere Tätigkeiten, bei denen viel Luftfeuchtigkeit entsteht, wie Duschen, Kochen, Wäschetrocknen, können die Feuchtigkeit in Innenräumen über die kritischen Grenzwerte hinaus erhöhen. Wird diese Feuchtigkeit nicht durch Lüften nach Außen abtransportiert, sammelt sie sich in der Raumluft und führt rasch zu erhöhter Luftfeuchte.
  • Eine weitere Ursache für hohe Luftfeuchtigkeit kann das Heizverhalten sein. Jeder möchte Energiekosten sparen, jedoch reicht es nicht aus, nur zum Feierabend die Wohnräume aufzuheizen und sie tagsüber kalt zu lassen. Denn in den wenigen Stunden bis zur Nacht können sich die kalten Außenwände nicht ausreichend aufwärmen. Die Folge: Es entsteht Kondenswasser und die Gefahr der Schimmelbildung nimmt zu.
  • Zudem wird gerade bei aufwändig sanierten Gebäuden durch die erhöhte Dichtigkeit der Fenster etc. der natürliche Luftaustausch mit der Außenluft eingeschränkt. Die im Gebäude entstehende Luftfeuchtigkeit muss durch verstärktes Lüften nach Außen abtransportiert werden.

 

Jeder kann die relative Luftfeuchtigkeit in den Innenräumen selbst im Blick behalten. Hier verschaffen Feuchtigkeitsmessgeräte (Hygrometer) Orientierung:

Die relative Luftfeuchtigkeit sollte auf Dauer nicht 65 – 70 % (im Winter etwas weniger) überschreiten. Unmittelbar entlang der Wandoberflächen gelten 80 % als kritischer Wert, der das Risiko des Schimmelpilzwachstums erhöht.

Breitet sich Schimmel in der Wohnung aus, können die Sporen des Schimmelpilzes in die Atemwege gelangen und auf Dauer Allergien und Asthma verursachen.
Ab einer Luftfeuchte von 60 % füllen sich nicht nur Schimmelpilze wohl, sondern auch Milben. Allergiker sollten besonders darauf achten, die Luftfeuchtigkeit unter 55 % zu halten, um auf diese Weise eine verstärkte Vermehrung der Allergene zu vermeiden.

Richtig lüften – Unsere Tipps für ein optimales Raumklima
4.9 (97.5%) 8 votes