Chemische Gase im Alltag

Chemische Gase im Alltag

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Der hohe Anteil der Chemie an unserem täglichen Leben hat auch einen Anstieg der chemischen Verbindungen zur Folge, welche allgemein als Luftschadstoffe zusammengefasst werden. Dabei handelt es sich um verschiedene chemische Verbindungen, Stäube und chemische Gase, deren steigender Anteil in der Luft zu Schädigungen im menschlichen Körper führen kann. Besonders die vollständige Entfernung von Gas ist schwierig, sodass langfristig meist nur eine Kombination verschiedener Maßnahmen hilft.

Welche gasförmigen Stoffe enthält unsere Atemluft?

Die größten Anteile an der natürlichen Atmosphärenluft besitzen Stickstoff und Sauerstoff. In der ausgeatmeten Luft ist zusätzlich noch ein geringer Anteil Kohlenstoffdioxid enthalten. Der natürliche Kreislauf zwischen der Umwandlung von Sauerstoff zu Kohlendioxid und zurück funktioniert durch das Zusammenspiel von atmenden Lebewesen und Pflanzen.

Atmung Mensch
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Verschiedene Prozesse stören die natürliche Konzentration von Stoffen in der Luft oder bringen sogar chemische Gase in die Atmosphäre ein, mit der die Umwelt nicht von selbst fertig wird. Den größten Anteil dieser Prozesse bilden alle Verfahren, bei denen fossile Stoffe verbrannt werden, um deren Energie zu nutzen. Durch diese Verbrennungsprozesse entsteht ein Überschuss an Kohlendioxid, Schwefeloxiden, Stickoxiden oder Kohlenmonoxid, was zu Schwankungen des Anteils dieser Gase an der atmosphärischen Luft führt.

Weitere Schadstoffe in unserer Atemluft

Eine weitere große Gruppe der Luftschadstoffe stellen die verschiedenen Aldehyde (Formaldehyd, Acetaldehyd, Gluteraldehyd) dar. Bei diesen Stoffen handelt es sich um „dehydrierte Alkohole“, also alkoholhaltige Verbindungen, denen Wasserstoff entzogen wurde. Sie werden in vielen verschiedenen Bereichen eingesetzt, zu denen Kunststoffe, medizinische Desinfektionsmittel und Farbstoffe gehören. In sehr geringen Konzentrationen finden sie sich auch in Getränken als Aromastoffe und entstehen auf natürliche Weise in Obst und Gemüse.

Wasserstoffperoxid

Das in vielen Bleich- und Reinigungsmitteln eingesetzte Wasserstoffperoxid stellt eine blassblaue Säure dar. Sie ist dickflüssiger als Wasser und wird in stark verdünnter Form farblos. In Wasch- oder Reinigungsmitteln wird es häufig als Bleichmittel eingesetzt, während es anderweitig auch als Desinfektions- und Oxidationsmittel dient.

Wasserstoffperoxid Waschmittel
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Die Bezeichnung „Wasserstoffblond“ für blondierte Haare kommt ebenfalls von der Benutzung des Wasserstoffperoxids.

Auswirkungen dieser Luftschadstoffe auf den Menschen

Der menschliche Körper kann zwar geringe Abweichungen von seiner gewohnten Atemluft verkraften und ausgleichen, bei größeren Differenzen allerdings kommt es zu vorübergehenden oder dauerhaften Schädigungen. Dies gilt für nahezu alle Stoffe, also auch jene, die der Mensch zum Überleben benötigt. Eine Person beispielsweise, die hyperventiliert, flutet ihren Körper mit einer Überkonzentration an Sauerstoff, die eine Ohnmacht zur Folge haben kann. Eine kurzzeitige Überkonzentration eines Gases richtet in der Regel nur geringfügige Schäden an, die der Körper selbst regeneriert.

Kohlendioxid und Kohlenmonoxid

Kohlendioxid und Kohlenmonoxid führen bei übermäßiger Aufnahme zu Vergiftungserscheinungen. Bei Kohlenmonoxid tritt der Effekt dabei deutlich schneller auf, weil sich dieses anstelle des Sauerstoffs mit den roten Blutkörperchen in der Lunge verbindet und somit zum Ersticken führt.

Kohlendioxid
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Schwefel

In der Luft enthaltener Schwefel führt, unabhängig von der Verbindung, zu einer Reizung von Schleimhäuten. Molekulare Verbindungen mit Schwefel, beispielsweise Schwefelwasserstoff oder Schwefeldioxid, sind hochgiftig und können bereits bei kleinen Konzentrationen zu Reizungen der Atemwege und Vergiftungserscheinungen führen.

Stick(di)oxide

Die Stickoxide, also Verbindungen von einem Stickstoffatom mit einem oder mehreren Sauerstoffatomen, sind chemische Gase mit verschiedensten Auswirkungen. Stickstoffmonoxid beispielsweise führt zu einer Gefäßerweiterung beim Menschen und wird daher unterstützend zur Behandlung von Gefäßverschlüssen eingesetzt. Eine zu große Konzentration allerdings wirkt giftig.

Stickoxid Ausstoss
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Stickstoffdioxid riecht stechend und ist extrem giftig. Die Symptome beim Einatmen sind Kopfschmerzen, Schwindel, Atemnot und in besonders schlimmen Fälle, ein Lungenödem.

Wasserstoffperoxid

Wasserstoffperoxid ist, wie oben bereits erwähnt, eine Säure. Bei einem direkten Kontakt kommt es zu gereizten Hautstellen, stechenden Schmerzen und einer weißen Färbung der betroffenen Stellen. Obwohl es nur in stark verdünnter Form in Haushaltsmitteln enthalten ist, schädigt das Einatmen der sauren Dämpfe unmittelbar die Atemwege und andere Schleimhäute.

Aldehyde

Bei den Aldehyden handelt es sich, einfach gesagt, um alkoholhaltige Verbindungen, denen Wasserstoff entzogen wurde. Das Einatmen dieser Verbindungen reizt die Atemwege und Schleimhäute und kann bei wiederholtem Kontakt zu allergischen Reaktionen führen. Größere Konzentrationen führen zu Vergiftungserscheinungen wie Kopfschmerzen, Übelkeit oder sogar Erbrechen.

Hausmittel zur Entfernung der Luftschadstoffe

Das Lüften stellt die einfachste Methode dar, um den Großteil der Schadstoffe aus der Wohnung zu entfernen. Ein kurzer Durchzug von wenigen Minuten reguliert die Luftfeuchtigkeit, entfernt schädliches Gas und bringt frischen Sauerstoff.

Wohnung lueften
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Besonders bei der Verwendung von starken Reinigungsmitteln entstehen chemische Gase, welche umgehend mit einem kurzen Durchzug entfernt werden sollten.

Gruenlilie baut Formaldehyd ab
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Die Anschaffung von Zimmerpflanzen beugt in erster Linie dem Verbrauch von Sauerstoff durch die Atmung vor. Alle Pflanzen wandeln Kohlendioxid durch Photosynthese wieder in Sauerstoff um. Viele Pflanzen helfen allerdings auch dabei, schädliches Gas aus der Luft zu filtern. Die Grünlilie beispielsweise baut das häufig anzutreffende Formaldehyd ab.

Wie verbessert ein Luftreiniger die Luftqualität?

Ein Luftreiniger ist mit einem Filtersystem ausgestattet, welches viele der genannten Luftschadstoffe aus der Raumluft entfernt. Zusätzlich verfügt er über einen Lüfter, der die Luft permanent umwälzt. Der Lüfter kann bei den meisten Modellen reguliert werden, um die Lautstärke zu senken. Je nach Preisklasse und Spezifikation entfernt der Luftreiniger Partikel wie Sporen und Pollen, Feinstäube oder sogar chemische Gase.

HEPA-Filter

Kern des Filtersystems bildet bei hochwertigen Modellen ein HEPA-Filter. Dieser zeichnet sich dadurch aus, dass er mindestens 99,95 % aller Schwebstoffe entfernt und Partikel mit einer Größe bis zu 0,0003 Mikrometer abfiltert. Damit fallen dem HEPA-Filter nicht nur feste Fremdkörper zum Opfer, sondern auch Gas. Ein auf die Reinigung der Luft von chemischen Gasen ausgelegtes Gerät entfernt nahezu alle gasförmigen Chemikalien innerhalb kurzer Zeit. Die Dimensionierung des Luftreinigers spielt dabei eine wesentliche Rolle.

Ein Beispiel eines Luftreinigers gegen chemische Gase ist der „IQAir Luftreiniger GC ChemiSorber“. Er säubert Räume bis zu einer Größe von 80 Quadratmetern wirkungsvoll von Sporen, Blütenpollen, Allergenen und unerwünschtem Gas. Ein leistungsfähiges Belüftungs- und Filtersystem mit einem HEPA-Filter erlaubt den Einsatz in derart großen Räumen.

Luftreiniger im Einsatz gegen chemische Gase sinnvoll

Die Belastung unserer Atemluft wird durch viele Faktoren beeinflusst. Einige davon können leicht beeinflusst werden, während andere in der Umwelt bedingt sind. Die Verwendung eines Luftreinigers hilft in jedem Fall, schädliche Stoffe wirksam aus der Umgebungsluft zu entfernen. Dies ist auch sinnvoll, wenn noch keine Beschwerden vorliegen, um zu vermeiden, dass erst welche auftreten. Außerdem wird damit die Luftqualität generell gesteigert, was zu einer besseren physischen und psychischen Leistungsfähigkeit beiträgt.

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